„Total heiß auf neue Kunden“

Im Saunabau ist die Anton Müther GmbH seit Jahren eine feste Größe. Die Basis des Erfolgs: Der Chef weiß ganz genau, wie potenzielle Auftraggeber "ticken". Wenn Ulrich Müther von Werkzeugen spricht, dann meint er keine Maschinen, keine Hightech-Hobel, keine CNC-Bearbeitungszentren.

[...] Nein, es sind die Werkzeuge der Verhaltenspsychologie, die den Chef der Anton Müther GmbH faszinieren - und mit denen er seine Gesprächspartner taxiert. Das gilt nicht nur für potenzielle Kunden seines Unternehmens, sondern auch für den Journalisten, der über ihn berichten will. Die Bewegung der Pupille genügt ihm für eine Blitzbewertung: „Dass Sie der auditive Typ sind, ist ganz deutlich." Was bedeutet das? “Wenn ich Sie beraten will, muss ich Ihnen etwas vortragen oder aufschreiben. Wenn ich Ihnen ein Stück Holz oder ein Muster in die Hand drücken würde, könnten Sie das nicht so verinnerlichen." Wer mit Ulrich Müther spricht, steht unter besonderer Beobachtung.
Doch drehen wir den Spieß um und betrachten Müther. Der Architekt trägt Seitenscheitel, Jeans und ein Designerhemd der Marke "KeyWest", hinter den Gläsern seiner Brille lauert der Schalk in seinen Augen. Für den Fototermin in einer Ausstellungssauna zieht er sich freiwillig einen weißen Bademantel an und fragt grinsend: "Oder soll ich mich ausziehen?" Er ist schlank, ein sportlicher Typ, gut beieinander für seine 57 Jahre. Vielleicht liegt das an seinem Leben mit und in der Sauna. "Es gibt ganz einfach kein besseres Herzkreislauf-Training", bestätigt er und fügt - immer noch grinsend - hinzu, dass ihm zumindest "keine Negativ-Indikation" bekannt sei.
Ulrich Müther war 14 Jahre alt, als ihn sein Vater das erste Mai mit in ein Schwitzbad genommen hat - ein entscheidender Tag für die Firmengeschichte. Heute ist er aktiv im Deutschen Saunabund und im Deutschen Wellnessverband, er sitzt im Richtlinienausschuss für öffentliche Saunaanlagen: "Wenn wir über Sauna reden, dann bin ich im Thema - wir waren einer der ersten Saunabetriebe in Deutschland." Vor zehn Jahren hat er die Tischlerei seines Vaters in der kleinen nordrhein-westfälischen Stadt Haltern übernommen. Auf dem Firmenschild wirbt der Betrieb auch für Wintergärten und Bauelemente, aber der Saunabau "ist unheimlich groß geworden". Der Unternehrmer beschäftigt zwölf Tischlergesellen, "zwei Meister, einen Auszubildenden, einen "Vollblutkaufmann" und Teilzeitkräfte - insgesamt 20 Mitarbeiter. [...]

„Total heiß auf neue Kunden“
Planen: Wellnessanlagen, Saunadörfer und Sauna für Zuhause vom Saunabauer
veröffentlicht am 29.08.2008