Finnische Sauna kommt in Deutschland an

Von einer Sauna im Freien träumen immer mehr gesundheitsbewusste Gartenbesitzer. Für diesen Zweck bieten sich verschiedene Bauformen an.

Jeder finnische Bauer geht in die Sauna.

Das sagt Ulrich Müther, und er weiß, wovon er spricht. Auf zahlreichen Finnlandreisen hat der Unternehmer aus Haltern am See die Schwitzhütten der Finnen selbst getestet – dienstlich sozusagen. Denn Müther ist Hersteller von Sauna- und Wellness-Anlagen und bezieht aus Finnland das Holz für seine Saunen.

Während die traditionelle Heimsauna in Deutschland meistens im Keller untergebracht ist, sondieren die Finnen am liebsten in Außensaunen. Denn sie müssen nicht aufwändig ins Haus eingebaut werden, und frische Luft zum abkühlen nach den Schützen ist im Garten ebenfalls vorhanden. Allmählich kommen auch Deutschlands Gartenbesitzer auf die Idee, mehr Wellness in ihre Konventionen zu bringen. Worauf bei der Planung einer Gartensauna zu achten ist, hat uns Ulrich Müther erläutert…
»Zu überlegen ist, ob so ein Saunahaus lediglich den Raum mit dem Saunaofen enthält oder ob beispielsweise auch ein Ruheraum und ein Vorraum zum umziehen eingeplant werden sollen«, erklärt der Saunafachmann. Er empfiehlt seinen Kunden zumindest einen Vorraum, indem Sie die wichtigsten Utensilien wie Bademäntel, Saunatücher und Aufgusszusätze unterbringen können. »Als Mindestgröße für eine Sauna mit Vorraum 2,40 m mal 3,80 m anzusetzen«, so der Experte. Eine Außensauna dieser Größe lässt sich ohne Baugenehmigung im Garten aufstellen… wie eine Gartenhütte braucht auch ein hölzernes Saunahaus ein Fundament. Das muss nicht zwingend eine Betonplatte sein; eine Fläche aus Gehwegplatten auf abgerütteltem Schotter reicht aus.
Was die Beheizung einer Sauna angeht, können die Kunden eine Elektroheizung oder einen Holzofen wählen. Aus Brandschutzgründen wird der Ofen meist mit einem metallenen Schutzmantel und einer Bodenplatte geliefert. So lassen sich in der engen Sauna die Sicherheitsabstände zur Holzeinrichtung gering halten… Ofenhersteller wie der Marktführer Harvia aus Finnland haben auf die Vorgaben [der Bundesimmissionsschutzverordnung] reagiert und bieten eine Zusatzausrüstung für ihre Öfen an, damit sie in Deutschland geltenden Vorgaben entsprechen. Elektrisch betriebene Saunaöfen benötigen in der Regel Starkstrom. Ähnlich wie ein Holzofen braucht auch der Elektroofen etwa 30 min, um die nötige Saunatemperatur von 100 °C zu erzeugen. »Moderne elektrische Saunaöfen sind Strom sparend. Wenn die Sauna in gut isoliert ist, kommt man mit Stromkosten von 1,50 € für drei Betriebsstunden aus«, sagt Ulrich Müther.

Für den Saunahersteller ist nicht die Heizung, sondern das Holz das Wesentliche an der Sauna. »Ein gutes Klima entsteht, wenn die Sauna mit möglichst dicken Blockbohlen aus abgelagertem Holz errichtet wird«, zeigt sich der Fachmann überzeugt und ergänzt: »In der Sauna ist das Holz starken Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt. Es darf trotzdem nicht reißen. Das funktioniert nur, wenn man langsam gewachsenes, abgelagertes Holz einsetzt.« Für die Gartensaunen verwendet Müther 70 mm dicke Bohlen aus Polarfichte. Seine Spezialität sind Saunen aus Keloholz. Dabei handelt es sich um nahe am Polarkreis vorkommende Kiefern, die stehend über Jahrhunderte im Polarklima getrocknet sind. Die Außenfassade einer Kelosauna wird aus ganzen Stämmen der Polarkiefer errichtet. »Von außen wird das Holz mit einer umweltfreundlichen Lasur gestrichen. Das Dach lässt sich mit Dachpappe, Ziegeln oder sogar mit einer Dachbegrünung versehen«, erklärt der Experte.

Landwirtschaftliches Wochenblatt 45/2012

Finnische Sauna kommt in Deutschland an
Typisch finnisches Saunahaus aus Blockbohlen von Müther
veröffentlicht am 20.11.2012